7 überraschende Fakten über den Siebengebirgsmarathon für Erststarter

Veröffentlicht von Kristina am

Der Siebengebirgsmarathon bzw. -Halbmarathon stellt für viele Läufer jedes Jahr einen willkommenen Ausklang für das Läuferjahr dar. Im Rahmen meiner Medaillen-Challenge stand dieser Lauf im Dezember bei mir daher ebenfalls auf dem Plan. Da ich im Laufe der Zeit immer mehr vom Stadtläufer zum Landschaftsläufer geworden war, freute ich mich auf diesen Lauf ganz besonders.

Wie unvorbereitet ich hier an den Start ging, beschreibe ich in den folgenden Fakten, die mich beim Siebengebirgs-Halbmarathon (oder auch kurz 7G) wirklich überraschten. Wer zum ersten Mal bei diesem wunderschönen Lauf startet, erfährt hier vielleicht auch noch ein paar nützliche Informationen.

Überraschungsmomente beim Siebengebirgsmarathon

Egal wie intensiv ich mich im Vorfeld mit einem Lauf auseinander gesetzt habe, tatsächlich gehe ich meistens mit einer bestimmten Erwartungshaltung an den Start. Beim 7G wurde ich in vielen Punkten unglaublich positiv überrascht. Wer sich selbst überraschen lassen möchte, sollte an dieser Stelle aufhören zu lesen.

1) Perfektes Laufwetter

Wer sich für einen Halbmarathon oder Marathon im Dezember anmeldet, macht sich beim Wetter bei dem Siebengebirgsmarathon wahrscheinlich auf das Schlimmste gefasst. Bereits ein paar Tage vorher gab es keine Zweifel mehr daran, dass wir bei Plusgraden würden starten können. Jedoch versprach es auch gleichzeitig, recht nass zu werden.

Bereits die Hinfahrt ließ jedoch vermuten, dass man der Wettervorhersage vielleicht doch nicht immer vertrauen sollte. Auf der Autobahn fuhr ich in einen wunderschönen Sonnenaufgang.

Sonnenaufgang auf der Hinfahrt

Und auch vor Ort erwarteten mich angenehme 5 Grad und erst gegen Ende des Laufes ein leichter Nieselregen. Viel besser hätte es im Dezember eigentlich gar nicht sein können, um den Lauf maximal genießen zu können.

2) Parkplatzsituation beim Siebengebirgsmarathon

Parkplätze sind bei Laufevents — egal welcher Größe — oftmals ein Problem. Beim Siebengebirgsmarathon hingegen war die Situation angenehm entspannt. Zumindest für Halbmarathon-Starter. Selbst in unmittelbarer Nähe zum Bürgerhaus war es kein Problem, einen freien Parkplatz zu finden. Eventuell sieht es beim Marathon etwas anders aus, da dieser erst eine Stunde später startet. Zu dieser Zeit sind bereits einige Hundert Halbmarathon-Läufer auf der Strecke, so dass es sich hier sicherlich lohnt, ein wenig Puffer einzuplanen. Aber für den Halbmarathon war dies auf jeden Fall nicht notwendig.

3) Startbereich

Wie bereits erwähnt, hatte ich mich vor dem Lauf recht wenig mit der Strecke auseinander gesetzt. Aus diesem Grund war ich auch etwas überrascht, als sich Michael bereits eine halbe Stunde vor dem Startschuss auf den Weg zum Start begeben wollte. Was ich nämlich übersehen hatte war, dass der Startbereich des Siebengebirgs-Halbarathons sich etwa 2km entfernt vom Bürgerhaus befand. Was für ein Glück, dass Michael im Gegensatz zu mir schon öfter auf der Strecke unterwegs gewesen war. Sonst hätte ich womöglich den Start verpasst. Für einen gemütlichen Spaziergang zum Start war es am Ende doch zu kühl, so dass ich den Weg zum Start direkt zum Einlaufen nutzen konnte.

Bereits hier war die familiäre Atmosphäre des Laufs nicht zu übersehen. Ich konnte beobachten, wie sich viele alte Bekannte trafen. Gleichzeitig kam auch ich mit dem einen oder anderen Läufer aus unterschiedlichsten Ecken Deutschlands ins Gespräch. Erststarter wie ich scheinen bei dem Siebengebirgsmarathon definitiv in der Unterzahl zu sein.

Starbereich beim Siebengebirgs-Halbmarathon
Entspannte Atmosphäre und bekannte Gesichter im Startbereich

Auch der Start selbst verlief überraschend entspannt. Trotz etwa 400 Startern bemerkte ich weder Ellenbogen noch Gerempel. Man startete ganz friedlich miteinander statt gegeneinander. Für eine neue Bestzeit ist das ‚wellige‘ Profil des Siebengebirgs-Halbmarathons ohnehin nicht geeignet. Stattdessen steht die Freude am Laufen für die meisten Starter im Vordergrund.

4) Die Wahl des passenden Schuhwerks

Tatsächlich war dieser Lauf einer der Läufe, die mir endlich einen Grund gegeben hatten, mir Trailschuhe zu kaufen. Denn wie viele andere Läufer habe auch ich bereits viel zu viele Laufschuhe. Daher freue ich mich umso mehr, wenn ich einen Grund habe, neue Schuhe kaufen zu dürfen.

So stand ich also mit meinen neuen Inov-8 Terraclaw 250 am Start (an dieser Stelle vielen Dank an Vilvo für die tolle Beratung). Immerhin 8 km hatte ich sie zuvor eingelaufen. Es war daher durchaus denkbar, dass meine Schuhe bei diesem Lauf mein schwachster Punkt werden würden. Auf der Strecke wurde jedoch schnell klar, dass hier keine Trailschuhe vonnöten waren. Große Teile der Strecke verliefen über gut befestigte Waldwege. Nur an wenigen Stellen war Matsch wirklich ein Problem, obwohl es in den Tagen zuvor viel geregnet hatte. Glücklicherweise gab es immerhin zwei abfällige Streckenabschnitte, auf denen ich ohne meine Trailschuhe wahrscheinlich weniger Gas gegeben hätte. Ohne Schnee oder Eis ist dieser Lauf ansonsten aber wirklich sehr gut ohne spezielles Schuhwerk zu bewältigen. Glücklicherweise war mir das vorher nicht bewusst, daher habe ich jetzt ein paar wunderschöne Trailschuhe im Regal.

Und tatsächlich bin ich wirklich sehr zufrieden mit meinen neuen Schuhen und der Halbmarathon stellte sich als die perfekte Distanz heraus, sie endlich einzulaufen. Nach dem Lauf hatte ich weder Blasen noch sonstige Beschwerden.

5) Die Strecke selbst

Was die Schönheit der Strecke betrifft, hatte ich viel erwartet. Vor allem eine wunderschöne Strecke durch die Natur. Hier wurde ich nicht enttäuscht und bekam genau was ich erwartet hatte. Trotz des größtenteils grauen Wetters gab es ein paar wunderschöne Ausblicke und vor allen Dingen viel Natur.

Als kleine Überraschung gab es 2019 aufgrund von Waldarbeiten sogar eine kleine Bonusrunde von etwa 500m mit dazu. Auf diese Weise ging der Lauf dieses Jahr tatsächlich über die komplette Halbmarathon-Distanz. Gerüchteweise sollen in den vergangenen Jahren immer ein paar Meter gefehlt haben.

Was mich auf der Strecke sehr positiv überraschte war, dass die Wege wirklich trotz des Regens in den vergangenen Tagen sehr gut laufbar waren. Klar, ganz sauber kam wohl niemand im Ziel an. Allerdings gab es wirklich keine Passagen, die durch Matsch oder große Pfützen nur schwierig zu durchlaufen gewesen wären. Zusätzlich war die Strecke zu jedem Zeitpunkt breit genug, als dass es keine Staus gab. Für mich war es kein Problem, mein eigenes Tempo zu finden und zu laufen. Selbst wenn ich bergauf Lust hatte, ein paar Meter zu gehen, wurden hierdurch keine anderen Läufer behindert.

Das Höhenprofil des Siebengebirgs-Halbmarathons

Auch das ‚wellige‘ Höhenprofil des Siebengebigsmarathons auf der Halbmarathonstrecke hatte ich mir anstrengender vorgestelt. Ja, es gibt ein paar Anstiege, bei denen ich persönlich lieber gegangen bin. Allerdings erntete ich um mich herum damit doch eher überraschte Blicke. Glücklicherweise muss ich als Frau niemandem beweisen, wie stark ich bin, daher hab ich einfach gemacht, was sich richtig angefühlt hat. Grundsätzlich ist es aber kein Problem, die komplette Strecke ohne Gehpausen zu bewältigen. Und wenn man halbwegs trainiert ist, gibt es auch nicht mehr Muskelkater, als nach jedem anderen Halbmarathon. Ich selbst war froh, dass mir der Muskelkater erspart blieb.

6) Zieleinlauf beim Siebengebirgsmarathon

Schon beim Abholen der Startunterlagen wurde klar, dass der Zieleinlauf ein ganz besonderer werden würde. Denn neben der Startnummernausgabe war im Bürgerhaus der Zielbereich kaum zu übersehen. Ein Teppich führte vom Eingang bis ins Bürgerhaus hinein. Hier würden wir also in rund 21 Kilometern wieder ankommen. Gerade bei einem Lauf in dieser doch eher moderaten Größenordnung hätte ich mit so etwas nicht gerechnet. Ich denke aber jeder, der schon einmal bei winterlichen Temperaturen ein Rennen gelaufen ist, weiß das Ganze zu schätzen.

Zielbereich beim 7G
Zielbereich beim Siebengebirgsmarathon

Bis zum Zieleinlauf hatte sich das Läuferfeld ausreichend entzerrt, als dass fast jeder Läufer individuell anmoderiert werden konnte. Die Stimmung im Ziel war wie auch schon auf der Strecke ganz großartig.

Besonders hervorzuheben ist, dass ich selten so traurig darüber war, im Ziel anzukommen, wie bei diesem Lauf. Der allererste Gedanke, der mir im Ziel durch den Kopf schoss, war: „nächstes Jahr will ich die ganze Strecke laufen!“.

Auch die Zielverpflegung stellte eine positive Überraschung dar. Hier machte sich doch deutlich bemerkbar, dass die Veranstaltung von Läufern für Läufer organisiert wurde. Sogar klare Brühe wurde hier ausgeschenkt. Neben dem üblichen Tee war dies zwischen Obst, Nüssen und Brötchen doch eine sehr willkommene Abwechslung. Außerdem natürlich perfekt, um die Elektrolytspeicher wieder aufzufüllen.

7) Nach dem Lauf

Glücklicherweise gibt es beim Siebengebirgsmarathon die Möglichkeit, nach dem Lauf zu duschen. Wobei der Weg zu den Duschen sicherlich noch mit dem einen oder anderen Meter auf dem Schrittzähler zu Buche schlägt. Also nicht wundern, wenn Ihr hier etwas länger unterwegs seid, wahrscheinlich habt Ihr Euch nicht verlaufen. Dadurch wurde auch die Zeit bis zur Siegerehrung stark verkürzt. Tatsächlich startete die Siegerehrung gerade in dem Moment, als ich wieder im Bürgerhaus ankam. Wahrscheinlich erklärt dies auch, warum es auf dem Treppchen die eine oder andere leere Position gab. Nachdem ich inzwischen eigentlich schon an das Warten auf die Siegerehrung gewohnt bin, war dies eine sehr angenehme Überraschung.

Bei der Siegerehrung

Nach der Siegerehrung leerte sich das Bürgerhaus auch recht schnell, und das obwohl es nicht mehr lange dauern konnte, bis der erste Marathon-Finisher ins Ziel einlief. Dabei ist es doch eigentlich ziemlich cool, den Zieleinlauf der ersten Marathon-Finisher live mitzuverfolgen. Aus diesem Grund blieben wir noch ein wenig im Bürgerhaus. Mit einer Zeit von 2:53:43 kam dann auch bald Tim Dally im Bürgerhaus an. Und wir waren live dabei 🙂

Zieleinlauf des Marathon-Gewinners — zu schnell für meine Kamera 😉

Für alle, die nun auch Lust auf die Strecke bekommen haben, geht es hier zur Webseite des Siebengebirgsmarathons und -Halbmarathons. Übrigens war der Halbmarathon zum ersten Mal vollständig ausgebucht und es war keine Nachmeldung mehr möglich. Es lohnt sich daher, nicht bis zur letzten Minute zu warten.

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