Laufen ohne Trainingsplan

Laufen ohne Trainingsplan – wie Du trotzdem besser wirst!

Glaubt man der einschlägigen Literatur, ist Laufen ohne Trainingsplan von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Weder Ausdauer noch Geschwindigkeit werden sich signifikant verbessern, wenn man sich nicht an den Plan hält, für den man sich entschieden hat.

Immer wenn ich versucht habe, nach Plan zu trainieren, habe ich meine Freiheit vermisst. Die Freiheit, jeden Tag spontan entscheiden zu dürfen, worauf ich gerade Lust habe. Ich habe mich von dem Trainingsplan unter Druck gesetzt gefühlt. Dies hat bei mir dazu geführt, dass meine Motivation Laufen zu gehen, immer geringer geworden ist. Habe ich anschließend meinen Trainingsplan wieder verworfen, war die Motivation auch schnell wieder zurück.

Für wen eignet sich Laufen ohne Trainingsplan?

Menschen sind verschieden. Und natürlich gilt das auch für das Trainingsverhalten. Trainingspläne haben ihre Berechtigung, sonst gäbe es hiervon nicht so viele im Internet oder in der Literatur. Wann kannst Du trotzdem auf einen Trainingsplan verzichten? Hier die wichtigsten Punkte:

  • Du hast normalerweise keine Probleme, Dich zum Laufen zu motivieren.
  • Spaß am Laufen ist Dir wichtiger als die Jagd nach neuen Bestzeiten.
  • Du läufst gerne auch mal unterschiedliche Strecken und Distanzen.
  • Du verfügst bereits über eine gewisse Grundkondition.

Wenn Du Dich in diesen Punkten wieder findest, spricht nichts dagegen, auch weiterhin ohne Trainingsplan zu laufen.

Vorteile vom Laufen ohne Trainingsplan

Laufen ohne Trainingsplan hat eine Reihe von Vorteilen. Hier die wichtigsten Punkte:

  • Du kannst Laufen, wann Du Lust hast.
  • Wenn Du keine Lust hast zu Laufen, kannst Du einfach mal zu Hause bleiben.
  • Du kannst Laufen, so schnell Du möchtest.
  • Wenn Dein Körper Dir signalisiert, dass er eine Pause braucht, ist es einfacher, auf ihn zu hören.
  • Du kannst die Streckenlänge so wählen, wie Du möchtest.

Kurz gefasst, kannst Du einfach zu jedem Zeitpunkt frei wählen, welche Distanz und welche Strecke sich für Dich und Deinen Körper richtig anfühlt.

Ein paar Grundregeln für das Laufen ohne Trainingsplan

Moment, erst geht es darum, dass Laufen ohne Trainingsplan gut ist, und dann kommen hier doch noch Regeln? Tatsächlich habe ich beim Laufen ohne Trainingsplan ein paar Dinge beobachtet, die in meinen Augen allgemein gültig sind. Daher lohnt es sich in meinen Augen, diese in das Training zu integrieren. Allerdings ist dies auch sehr gut ohne konkreten Trainingsplan möglich.

1. Du wirst besser, wenn Du an Deine Grenzen gehst

Wenn Du Dich beim Laufen verbessern willst, hilft es, ab und an an Deinen Grenzen zu trainieren. Sei es mit einem kurzen, schnellen Lauf am Limit oder hier und da mit einem Intervalltraining. Allerdings muss dieses keinem starren Plan folgen. Hör einfach darauf, was Dein Körper gerade möchte.

Tatsächlich dachte ich immer, Intervalltraining macht mir keinen Spaß. Dann habe ich es einfach mal ausprobiert und war überrascht, wie gut ich mich dabei und danach gefühlt habe. Und für kurze schnelle Läufe suche ich mir übrigens gerne kurze Wettkämpfe (bis 5km) in der Region.

2. Lange Läufe dürfen langsam sein!

Ein Fehler, den viele Läufer machen ist, dass sie immer im gleichen Tempo laufen. Dies kann dazu führen, dass Du oft schon nach kurzen Distanzen erschöpft bist, und es Dir schwer fällt, längere Distanzen zu laufen. Wenn Du gerne auch längere Strecken laufen möchtest, solltest Du versuchen, einfach mal ein bisschen Tempo raus zu nehmen. Bei den langen Läufen geht es in meinen Augen nicht nur darum, möglichst viele Kilometer zurück zu legen. Vielmehr gewöhnst Du Deinen Körper bei langen Läufen daran, über einen längeren Zeitraum in Bewegung zu bleiben.

Auch lange Wanderungen können zur Grundlagenausdauer beitragen. Wer es gewohnt ist, regelmäßig mehrere Stunden zu wandern, wird weniger Probleme damit haben, auch mal 2 Stunden am Stück zu laufen. Und in dieser Zeit kannst Du schon fast einen Halbmarathon schaffen.

3. Die Mischung macht’s

Nichts ist langweiliger, als immer nur die gleiche Strecke im gleichen Tempo zu laufen. Oder immer nur die gleichen Intervalle. Stattdessen solltest Du darauf achten, sowohl schnelle als auch lange Läufe zu kombinieren. In welchem Verhältnis Du diese beim Laufen ohne Trainingsplan kombinieren solltest? Ganz einfach: hör auf Deine innere Stimme und mach einfach, worauf Du Lust hast.

4. Hab Spaß!

Dies ist wohl der wichtigste Aspekt von allen. Wenn Du keinen Spaß am Laufen hast, ist es völlig egal, ob Du mit oder ohne Trainingsplan läufst. Am Ende wirst Du Dich trotzdem jedes Mal quälen müssen. Und falls es Dir doch mal an Spaß oder Motivation fehlt, versuch doch einfach mal, etwas spielerischer an das Laufen zu gehen. Ein paar Anregungen dazu findest Du in diesem Artikel.

Wie Laufevents Dich besser machen können

So wenig ich Trainingspläne mag, so sehr mag ich es doch, an diversen Laufevents teilzunehmen. Und tatsächlich habe ich hier einige Beobachtungen gemacht, die für mich ein weiteres Argument für das Laufen ohne Trainingsplan darstellen.

1. Kurze Läufe statt Intervalltraining

Kurze Läufe sind optimal, um Deine Grenzen auszutesten. Wenn Du nicht gerade Profiläufer bist, wirst Du auf den kurzen Strecken nie alleine unterwegs sein. Und was spornt mehr an, als zu versuchen, mit den Läufern um dich herum mitzuhalten? Ich sehe die kurzen Laufevents gerne als eine Art Intervalltraining für die längeren Distanzen. Denn schaut man in Trainingspläne für längere Läufe, finden sich hier auch immer wieder kurze, schnelle Läufe. Warum also nicht einfach das Intervalltraining durch ein schönes Laufevent über eine kurze Distanz ersetzen?

2. Durch lange Läufe schneller auf kurzen Distanzen

Tatsächlich habe ich schon oft gehört, dass es nie so einfach ist, eine neue Bestzeit zu laufen, wie kurz nach einem Marathon. Und inzwischen kann ich das nur bestätigen. Die meisten neuen persönlichen Bestzeiten auf kürzeren Strecken bin ich ein paar Wochen nach meinem ersten Marathon gelaufen. Warum das so ist? Vielleicht wird der Körper durch die lange Distanz einfach belastbarer. Natürlich muss es nicht gleich ein Marathon sein. Auch eine kürzere Distanz wird Dich sicherlich auf noch kürzeren Distanzen schneller machen.

Laufen ohne Trainingsplan – Fazit

Auch beim Laufen ohne Trainingsplan kannst Du schneller werden, wenn Du ein paar einfache Grundregeln beachtest. Der wichtigste Faktor sollte vor allem sein, dass Du beim Laufen Spaß hast. Denn nur auf diese Weise wirst Du es langfristig schaffen, regelmäßig laufen zu gehen. Zusätzlich hast Du beim Laufen ohne Trainingsplan mehr Spielraum, auf Deinen Körper zu hören und was sich für Dich richtig anfühlt. Wenn Du also nicht gerade eine Karriere als Profisportler anstrebst, spricht nichts dagegen, auf einen Trainingsplan zu verzichten.

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