Als Laufen noch Spaß machte…

Huch? Ein Artikel über Zeiten, zu denen das Laufen noch Spaß machte? Keine Sorge, ich habe auch immer noch jede Menge Spaß am Laufen. Da ich aber immer wieder auf Menschen treffe, für die Laufen mehr eine Pflicht darzustellen scheint, als dass es ihnen Freude bereitet, möchte ich angeregt durch einen Vortrag von Nando Stöcklin von Spiel Dein Leben dazu ein paar Gedanken teilen, die mir schon öfter mal durch den Kopf gingen.

Laufen macht Spaß!

Mir zumindest. Ich mache es in meiner Freizeit und meine Freizeit ist mir zu schade, um sie freiwillig mit Dingen zu verbringen, an denen ich keinen Spaß habe. Doch was ist eigentlich dafür verantwortlich, dass ich Spaß am Laufen habe? Bei mir ist es sicherlich zu großen Teilen die Freude an der Bewegung und die Liebe zur Natur. Gleichzeitig gibt es jedoch auch viele andere Faktoren, die den Spaßfaktor erhöhen können. Spiele zum Beispiel – was gestern auch das Schlüsselthema de Vortrages von Nando Stöcklin war.

Beobachte ich Kinder dabei, wie sie beim Spielen durch die Gegend laufen, gibt es kein einziges, das keinen Spaß daran zu haben scheint. Spielen macht Spaß, und alles was Spaß macht, tun wir gerne und sind intrinsisch motiviert. Warum nicht einfach mal ein paar spielerische Elemente in den Lauf integrieren? Tatsächlich mache ich dies permanent und vielleicht sind ja auch für den einen oder anderen, der diesen Artikel liest, ein paar Anregungen für Laufspiele dabei.

Laufspiele – eine Ideensammlung

Ich fange einfach mal an mit Spielen, die mir heute Morgen bei meinem Morgenlauf durch Luzern so durch den Kopf gingen.

Fangen spielen

Ein Spiel, dass sicherlich jeder noch aus der Kindheit kennt, und das wohl auch jedem Läufer bekannt ist. „Den da vorne schaffe ich auch noch einzuholen.“ Eigentlich die klassische Wettkampfsituation. Zugegebenermaßen beim Laufen nicht unbedingt mein Lieblingsspiel, da es mich schnell mal aus meinem Laufrhythmus bringt und ich dabei auch darauf angewiesen bin, dass ich jemanden vor mir sehe.

Fahrtenspiel

Den meisten wahrscheinlich aus dem Intervalltraining bekannt. Einfach mal nach einem Warmup unterschiedlich schnelle und lange Intervalle einbauen. Orientierungspunkte hierfür können zum Beispiel die nächste Weggabelung sein oder vielleicht auch einfach ein bestimmter Teil des Lieblingssongs. Anschließend gemütlich auslaufen

Lauf-ABC

Tatsächlich hatte ich es nie gemacht, als ich immer nur alleine gelaufen bin. Zum ersten Mal in der Gruppe machte es dann allerdings richtig Spaß! Ja, man sieht dabei bescheuert aus, aber ganz ehrlich, alle anderen um einen herum auch. Und ganz ehrlich, als Kind war es einem doch auch egal, wie man beim Seitgalopp aussieht. Und eigentlich interessiert das außer mir doch ohnehin keinen. Einfach mal ausprobieren, ich hätte selbst nicht gedacht, wie viel Spaß es macht, bevor ich es selbst gemacht habe.

Herzfrequenz-Spiel

Neuerdings nehme ich mir gerne mal einen bestimmten Herzraten-Bereich vor, in dem ich während meines Laufs bleiben möchte. Verbesserung ist bei den Läufen für mich tatsächlich nicht, schneller zu werden, sondern möglichst wenige Warnungen von meinem Forerunner zu bekommen, dass ich nicht mehr in dem vorher festgelegten Bereich bin. Ganz nebenbei trainiert man hierfür auch gleich noch eine bessere Körperwahrnehmung für die eigene Beanspruchung.

Strava-Muster

Ich bin bekennender Strava-Fan. Ganz nach dem Motto ‚if it’s not on Strava it didn’t happen‘. Aber auch das lässt sich prima zum Spielen nutzen: vor dem Lauf einfach mal ein Muster / Symbol / Bild überlegen, dass man laufen möchte. Wenn man später den Lauf z.B. bei Strava hochlädt, ist es schon ziemlich cool, wenn dam mal was anderes als nur ein Kreis oder eine Linie erscheint! Ein Freund von mir lief beispielsweise kürzlich das Eichhörnchen hier:

Spaß am Laufen durch Strava Muster

Wurzel-Spiel

Gerade bei anspruchsvollen Trails ist es vor allem bergab gar nicht so einfach, immer den richtigen Tritt zu finden, ohne über eine Wurzel zu stolpern. Ich habe tatsächlich Spaß daran entwickelt zu versuchen, zwischen jede Wurzel einen Schritt zu setzen, die Schrittfrequenz zu erhöhen und dabei trotzdem nicht zu stolpern. Zusätzlich ein hervorragendes Technik-Training.

Schrittfrequenz-Spiel

Und wieder einmal ein eher technisches Thema, denn zumindest ich wäre ohne meinen Forerunner komplett aufgeschmissen. Normalerweise liegt meine Schrittfrequenz so um die 180. Manchmal habe ich aber auch einfach mal Spaß daran, ganz bewusst meine Schrittfrequenz für einen bestimmten Zeitraum (z.B. bis zur nächsten Bank / Kreuzung etc.) zu erhöhen.

Intervalltraining

Zugegebenermaßen dachte ich immer Intervalltraining macht keinen Spaß. Bis ich es ausprobiert habe, dann musste ich meinen Glaubenssatz noch mal überdenken. Und tatsächlich ist es auch hier für mich das Spielerische, was mir am meisten Spaß macht: da ich noch ziemlich neu beim Laufen bin, fehlt mir noch das Tempogefühl. Tatsächlich macht es mir wahnsinnig viel Spaß zu probieren, z.B. über 1000m zum Beispiel zwischen einer Pace von 4:25 und 4:30 zu bleiben. Und indem ich die Pacebereiche und Intervalllänge immer wieder variiere, finde ich hier immer wieder neue Spielvariationen 🙂

Guten Morgen Spiel

Ich mag es, beim Laufen andere Menschen zu grüßen. Doch wer grüßt eigentlich zurück? Einfach mal konstant jeden grüßen, der einem entgegen kommt. Und vorher versuchen zu erraten, wer zurück grüßt. Die meisten Leute freuen sich tatsächlich darüber. Und ich selbst freue mich auch über jeden Menschen, der mir am frühen Morgen zulächelt. Funktioniert natürlich nicht nur mit ‚Guten Morgen‘!

Lauf-Variationen

Zwischendurch spiele ich gerne auch mal mit diversen Faktoren und beobachte dabei, wie es sich anfühlt, mal ein bisschen anders zu laufen. Ein paar Beispiele hierfür:

  • Handhaltung
  • Laufstil (Vorfuß, Mittelfuß)
  • Schrittlänge

Wie Ihr seht, gibt es jede Menge Möglichkeiten, spielerische Elemente ins Lauftraining zu integrieren, meine Aufzählung ist sicherlich nicht vollständig und Eurer Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Bei meinen Laufspielen fühle ich mich oft wie ein kleines Kind, das immer wieder aus dem Nichts heraus neue spielerische Herausforderungen findet. Wenn Ihr also manchmal Probleme habt, Euch zum Laufen zu motivieren, versucht es doch einfach mal damit, ein paar spielerische Elemente hinzuzufügen. Viel Spaß beim Ausprobieren und Spielen!